{"id":345,"date":"2012-11-14T12:18:09","date_gmt":"2012-11-14T12:18:09","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.mueller-franken.de\/?page_id=345"},"modified":"2024-06-24T19:33:19","modified_gmt":"2024-06-24T19:33:19","slug":"uber-meine-arbeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/?page_id=345","title":{"rendered":"\u00dcber meine Arbeit"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 446px; margin-left: 9em; text-align: justify;\">\n<p>\u201eIch will die Dinge so wiedergeben, wie sie sind, aber auch so wie sie sein w\u00fcrden, vorausgesetzt, dass ich nicht existierte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right; font-size: 1em;\">\u2013 Hippolyte Taine \u2013<\/p>\n<p>&#8220;Der Kunst gelingt, was dem Denken weitgehend versagt bleibt, n\u00e4mlich jenem Hauch von Trance, welcher Hingerissensein immer umgibt, Gestalt zu verleihen.&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: right; font-size: 1em;\">\u2013 Martin Scherer  \u2013<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ich als Maler mache, geschieht nicht als Ergebnis eines Abw\u00e4gens zwischen mehreren Optionen, wie ich mich k\u00fcnstlerisch mitteilen soll. Die Welt als sinnliches Ph\u00e4nomen hat, seit ich mich erinnern kann, meine Faszination und mein Staunen erweckt. Das gro\u00dfe Bed\u00fcrfnis, meinem Gef\u00fchl als elementare Grundlage des Wirklichkeitserlebens einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, konnte f\u00fcr mich nur in der Weise befriedigt werden, wie sie auf meinen Bildern geschieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es besteht folglich nicht die Absicht, <em>diese <\/em>Welt <em>so<\/em> zu malen, <em>wie sie ist<\/em>. Selbst wenn ich das wollte, w\u00e4re es faktisch nicht m\u00f6glich; das Resultat solcher Bestrebungen kann nur immer eine \u00dcbersetzung sein. Die auf meinen Bildern erscheinende Parallelwelt ist der realen sehr \u00e4hnlich, ohne diese aber wirklich sein zu sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte die Form meiner Bilder f\u00fcr zeitgen\u00f6ssisch, auch wenn ich mit meiner Arbeit an die pr\u00e4moderne europ\u00e4ische k\u00fcnstlerische Tradition ankn\u00fcpfe. Dies geschieht jedoch nicht aus einem nostalgischen Ressentiment. Der Illusionismus erscheint mir als der einzige Weg, meine Weise, den sinnlichen Reichtum der Erscheinungswelt zu erleben, anhand mich besonders ber\u00fchrender Ph\u00e4nomene in verdichteter Form wiederzugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von mir gemalten Situationen sind frei erfundene Inszenierungen. Sie haben jeweils kein pers\u00f6nliches Einzelerlebnis als Grundlage, sondern setzen sich aus der Summe einer ganzen Reihe oft disparater sinnlicher Erfahrungen zusammen, die dann in einem neuen Kontext erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diesen in einer m\u00f6glichst optimalen Bildform zu veranschaulichen, werden alle Einzelheiten f\u00fcr ein Bild sorgf\u00e4ltig ausgesucht und zusammengestellt: Die Schaupl\u00e4tze, die Modelle, die Kleidung, die Requisiten etc. Die dargestellten Ereignisse sollen schlicht und unsensationell sein. Sie bilden den dezenten Rahmen f\u00fcr das Auftreten der Protagonisten, um die es haupts\u00e4chlich geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da meine Arrangements, insbesondere die Modelle, mir nicht w\u00e4hrend des ganzen oft monatelangen Malprozesses zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nnen, benutze ich eine gro\u00dfe Anzahl selbstgemachter Fotografien als Hilfe. Da das Foto seinerseits bereits \u00fcbersetzte Realit\u00e4t ist, gilt es diese zu durchbrechen und ihren inneren Gehalt zu \u00fcbernehmen bzw. der Wirklichkeit des entstehenden Bildes unterzulegen. Das Foto garantiert das Sichtbare als die gemeinsame Basis, auf der sich der Betrachter meiner Arbeiten mit mir befindet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch will die Dinge so wiedergeben, wie sie sind, aber auch so wie sie sein w\u00fcrden, vorausgesetzt, dass ich nicht existierte.\u201c \u2013 Hippolyte Taine \u2013 &#8220;Der Kunst gelingt, was dem Denken weitgehend versagt bleibt, n\u00e4mlich jenem Hauch von Trance, welcher Hingerissensein immer umgibt, Gestalt zu verleihen.&#8221; \u2013 Martin Scherer \u2013 Was ich als Maler mache, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-345","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=345"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":619,"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/345\/revisions\/619"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.mueller-franken.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}